Europas verlorener Sohn. Das Schicksal Friedrichs des Großen

Zum morgigen Geburtstag des großen Königs gibt es eine Wiederveröffentlichung eines meiner besten Texte. Hier in der ungekürzten Fassung (eine gekürzte beziehungsweise verhunzte erschien Dezember 2011 im Cicero).

misterdarcysblog

Eine politische Geschichte ist immer auch eine Lebensgeschichte. Doch kein politisches Schicksal war so sehr vom persönlichen bestimmt wie das König Friedrichs II. von Preußen. Das wussten schon die Zeitgenossen, und der bekannte Vierzeiler, den die Flugblätter bei seinem Tod, am 17. August 1786, als Nachruf druckten, sagt eigentlich schon alles Wesentliche über diesen merkwürdigsten unter allen großen Monarchen der europäischen Neuzeit aus:

„Es sagen, Friedrich zu erhöhn,

Geschichte und Nachruhm viel zu wenig.

Von allen Menschen kann man hier den größten König,

Von allen Königen den größten Menschen sehn.“[1]

Der Nachwelt, unserer heutigen abgeklärten zumal, mögen diese Verse als einfältige Hagiographie erscheinen; beim genauen Lesen aber entbirgt sich gerade in ihnen das Geheimnis, das Friedrich bis heute umgibt und das schon Goethe zu der nachdenklichen Feststellung brachte, es sei „was Einziges um diesen Menschen“[2]: Denn Friedrich, ohne Zweifel einer der schärfsten und klügsten Geister seiner Epoche…

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