Europas verlorener Sohn. Das Schicksal Friedrichs des Großen

Eine politische Geschichte ist immer auch eine Lebensgeschichte. Doch kein politisches Schicksal war so sehr vom persönlichen bestimmt wie das König Friedrichs II. von Preußen. Das wussten schon die Zeitgenossen, und der bekannte Vierzeiler, den die Flugblätter bei seinem Tod, am 17. August 1786, als Nachruf druckten, sagt eigentlich schon alles Wesentliche über diesen merkwürdigsten unter allen großen Monarchen der europäischen Neuzeit aus:

„Es sagen, Friedrich zu erhöhn,

Geschichte und Nachruhm viel zu wenig.

Von allen Menschen kann man hier den größten König,

Von allen Königen den größten Menschen sehn.“[1]

Der Nachwelt, unserer heutigen abgeklärten zumal, mögen diese Verse als einfältige Hagiographie erscheinen; beim genauen Lesen aber entbirgt sich gerade in ihnen das Geheimnis, das Friedrich bis heute umgibt und das schon Goethe zu der nachdenklichen Feststellung brachte, es sei „was Einziges um diesen Menschen“[2]: Denn Friedrich, ohne Zweifel einer der schärfsten und klügsten Geister seiner Epoche, blieb zeitlebens, und gerade im politischen Handeln, doch von seiner Emotionalität bestimmt. Was er dennoch als politisches Erbe hinterließ, blieb Fragment, ideell und territorial; aber das Interesse, das er trotz aller goldener und schwarzer Preußenlegenden bis heute auf sich zieht, galt seit je vor allem seiner Persönlichkeit. Den statuarischen Eindruck eines runden, in sich kohärenten und schlüssigen und dabei recht eindimensionalen Lebens, den uns Caesar und Napoleon vermitteln, hat man bei ihm nie; Friedrich ist ein Zerrissener. Doch eben daher rührt auch jene uralte Friedrich-Faszination: dass ein Mensch seine Zerrissenheit lebt und auslebt, und dies nicht bloß erotisch oder künstlerisch, sondern auf der Weltbühne der großen Politik.

Zur politischen Verantwortung gehörte im ausgehenden ancien régime die Repräsentation des Ganzen; und zwar nicht im postmodernen Sinne medialer Außendarstellung; sondern als ganzheitlicher Ausdruck des Menschseins, und zwar vor und für die Masse der Untertanen. Paradoxerweise hat Friedrichs Königtum, das ja als Prototyp des aufgeklärten Absolutismus gilt, sehr viel von diesem esoterischen Symbolismus der Königsherrschaft, den Thomas Mann einmal glänzend in dem Satz zusammenfasste: „Die Hässlichkeit und Bitternis des Lebens kennt man ganz nur in den Niederungen der Gesellschaft und an ihrer höchsten Spitze.“[3]

Von der Bitternis des Lebens hat Friedrich schon früh gekostet. „Heimsuchung eines Prinzen“[4] nannte Wolfgang Venohr sein Jugendschicksal und traf damit den Kern dessen, was das psychologische Schlagwort vom „Vater-Sohn-Konflikt“ nicht ausreichend umschreibt: In Wahrheit war es eine fortwährende, fast zwanzigjährige Drangsal, eine gründliche körperliche und seelische Vergewaltigung, die dem Heranwachsenden von seinem Vater, dem „Soldatenkönig“ Friedrich Wilhelm I., angetan wurde und die ihn für sein Leben beschädigte und ruinierte. Seiner Schwester Wilhelmine – der einzigen Frau, die er im tieferen Sinne in seinem Leben wohl „geliebt“ hat – beschrieb der Siebzehnjährige sein Martyrium so:

„Ich bin in der größten Verzweiflung. […] Der König hat gänzlich vergessen, dass ich sein Sohn bin. […] Ich trat heute morgen wie gewöhnlich in sein Zimmer. Kaum hatte er mich erblickt, als er mich am Kragen packte und in der grausamsten Weise mit dem Stocke auf mich losschlug. Ich suchte vergeblich, mich zu wehren; er war in einem so schrecklichen Zorn, dass er sich nicht mehr beherrschte, und er hielt erst inne, als sein Arm vor Müdigkeit erlahmte.“[5]

Körperliche Gewalt, mehr noch aber seelische Erniedrigung und der perverse Zwang zur Selbstverleugnung haben den Prinzen für sein Leben traumatisiert. Bei einem Manöver in Kursachsen 1728 schlägt ihn der Vater in aller Öffentlichkeit mit dem Stock blutig. Als Friedrich auf dem Höhepunkt des Konflikts 1730 bei einer Inspektionsreise am Rhein einen Fluchtversuch unternimmt und damit scheitert, kommt es zu einer weiteren Eskalation: Der Vater stürzt sich mit gezogenem Degen auf den Sohn und will ihn erstechen; nur das Dazwischentreten des Kommandanten der Festung Wesel, wo man sich gerade aufhält, verhindert einen Sohnesmord. Leutnant von Katte, der geliebte Jugendfreund des Prinzen, der ihm zur Flucht nach England verhelfen wollte, wird vor ein Kriegsgericht gestellt; man erkennt auf lebenslange Haft, aber der König persönlich ändert das Urteil ab und verurteilt Katte zum Tode. Der Hinrichtung muss Friedrich, der selber unter strenger Bewachung steht, zusehen. Und auch der Sohn soll sterben. Kaiser Karl VI. und der greise Prinz Eugen intervenieren persönlich für den preußischen Kronprinzen; Fürst Leopold von Anhalt-Dessau, der erste Feldherr Preußens, fällt vor dem König auf die Knie und bittet um Gnade; das rettet dem Jungen das Leben.

Friedrich ist achtzehn Jahre alt, als dies über ihn hereinbricht. Das sind die Jugenderinnerungen, mit denen ein junger Mann, der den Thron erben soll, ins Erwachsenenleben tritt.

Man darf diese Vorgeschichte nie vergessen, wenn man das politische Schicksal Friedrichs des Großen voll begreifen will. Ihre Schatten haben ihn nie verlassen; der Schatten des gewalttätigen Vaters, der den Knaben aus heiterem Himmel mit der Vorhangskordel erdrosseln will. Hierher rührt jene „vergewaltigte Kindlichkeit, die hinter physischer Kraftleistung, Hochspannung, schallender Aktivität fühlbar wurde“[6] und die bei aller Genialität, bei aller hinreißenden Liebenswürdigkeit und Schneidigkeit nie ganz von ihm wich.

Vorerst freilich freute sich der Achtundzwanzigjährige, der 1740 den Thron bestieg, seiner neu gewonnenen Freiheit. Schnell erkennt er, dass Preußen, ein armer Agrarstaat von gerade zwei Millionen Einwohnern und noch deutlich vom Aderlass des Dreißigjährigen Krieges gezeichnet, nur bestehen kann, wenn er expandiert. Er entschließt sich zu einem folgenschweren Schritt und annektiert Schlesien, eine der reichsten Provinzen Österreichs. Diese schlesische Annexion wird nach dem Vater sein zweites Schicksal.

Europas politisches Gedächtnis hat Friedrich den Überfall auf Schlesien, den George P. Gooch recht gouvernantenhaft „eines der sensationellsten Verbrechen der neueren Geschichte“[7] nannte, bis heute nicht verziehen – wegen seines sensiblen Charakters, dessen Feinheit man mit Weichheit verwechselte und dem man kriegerische Ambitionen nicht zutraute; vor allem aber wegen der geistesgeschichtlichen Situation. Hätte Friedrich seinen so genannten schlesischen Raub ein halbes Jahrhundert früher begangen, spräche heute kein Mensch mehr davon; ebenso wenig wie von den Reunionen Ludwigs XIV., der Verwüstung der Pfalz und dem anschließenden Weltenbrand, den Frankreich und Habsburg im Jahr 1701 um die spanische Thronfolge entfachten. Aber 1740 lagen die Dinge anders. Die Philosophie der Aufklärung hielt langsam Einzug ins kollektive Bewusstsein; vor allem aber hatte niemand damit gerechnet, dass gerade Friedrich von Preußen die Vorstellungen von politischer Moral, die sich ja gerade erst herausbildeten, so fundamental infrage stellen würde. Denn 1739, nur ein Jahr zuvor, hatte er, noch als Kronprinz, jene Schrift veröffentlicht, an der sein Leben lang, und darüber hinaus, gemessen werden sollte: den Anti-Machiavel.

„Der ‚Antimachiavell‘“, so urteilte Joachim Fest, „ist häufig als ein Dokument unverbindlicher, literatenhafter Schwärmerei gedeutet worden. In Wirklichkeit traten in der Streitschrift Überzeugungen hervor, die mit [Friedrichs] innersten Wesen zu tun hatten. Doch hat er den Widerspruch zwischen humanitärem Ehrgeiz und den Zwängen der Staatsräson nie aufgelöst: er hat der Macht seine Träume, seine Maximen und, wie er selber geäußert hat, sein Leben geopfert – und sie doch illusionslos verachtet; er hat Kriege geführt – und darunter gelitten. Man verfehlt das Wesen der Erscheinung, Friedrichs lebenslangen Konflikt mit dem, was er für seine Schuldigkeit hielt, wen man darin nur den Ausdruck jener sentimentalen Cäsarenpose sieht, die auf Eroberungszügen die Tragik beklagt, dem Glück der Untertanen nicht auf andere, menschenfreundlichere Weise dienen zu können.

Die Bereitschaft zur Selbstverleugnung, die Neigung, alle sanfteren Bedürfnisse als Wehleidigkeit abzutun, hat schließlich typenbildend gewirkt und den Kern dessen hervorgebracht, was man den preußischen Charakter nennt. Nie zeigte er sich gelöst, nie frei, sondern immer überwach, nervös, immer auf dem Quivive, in […] ‚fürchterlicher Überspanntheit’ […].“[8]

Diese Überspanntheit war das Erbe seiner Jugend, das er, wenn auch modifiziert, ins Mannesalter mit hinüber nahm. Die verzehrende Angst vor Vernichtung war die eine, der brennende Ehrgeiz zur Selbstbewährung die andere Konstante seines Charakters. Mit dem schlesischen Raub, der freilich Preußen in der Tat territorial und machtpolitisch erst „eine Figur gab“[9], wie Friedrich es ausdrückte, wollte er sich bewähren, wollte der Welt zeigen, dass er es locker mit den royalen Vettern im Reich, in Frankreich, England und Österreich aufnehmen konnte. Doch Friedrich geriet an Maria Theresia. Für die blutjunge Erzherzogin wird das Jahr 1740, als halb Europa über ihr österreichisches Erbe herfällt, zum bleibenden Trauma; den Traum von der Rückgewinnung Schlesiens gibt sie bis an ihr Lebensende nicht mehr auf. Die Geister, die er hier rief, sollte Friedrich nicht mehr loswerden. Sein Biograph Johannes Kunisch schreibt:

„Schon hier fällt auf, wie sehr Friedrich dazu neigte, in Extremen zu denken, und dass er als Möglichkeiten seines Handelns nur die Katastrophe oder den Triumph zu erkennen glaubte. Es ist jenes Prinzip des alles oder nichts, das dann besonders in den Krisen des Siebenjährigen Krieges seinen Selbstbehauptungswillen ins Heroische zu steigern vermochte. […] Anzeichen für dieses aus einer traumatisch erfahrenen Bedrohung erwachsene Lebensgefühl hatte es auch während der Kronprinzenzeit gegeben. […] Seit dem Schlesienabenteuer jedoch gewann die innere Spannung zwischen einem elementaren Durchsetzungswillen auf der einen und einem bis in tiefe Depressionen reichenden Fatalismus auf der anderen Seite eine politische Dimension, die dann für die gesamte Regierungszeit des Königs prägend blieb,“[10]

Freilich: in den ersten Jahren gelingt dem jungen König Friedrich alles. Er erobert Schlesien im Handstreich, verteidigt die neugewonnene Provinz in einem zweiten schnellen Krieg und erwirbt sich Meriten als Reformer im Innern. Die Folter wird abgeschafft, die Zensur gelockert und strikte religiöse Toleranz geübt. Schloss Sanssouci wird errichtet, und die Freundschaft mit Voltaire, der sich 1752 für eine zeitlang in Potsdam niederlässt, verleiht dem frankophilen König, der Deutsch nur „wie ein Kutscher“[11] spricht, aber sechs Bände französischer Poesie hinterlassen hat, den legitimen Nimbus europäischer Geistesgröße.

In jenem zweiten Schlesischen Krieg von 1744 bis 45 bildet sich auch sein Feldherrntalent heraus, und beim Einzug im winterlichen Berlin Ende 1745 akklamiert man ihn, der bei Hohenfriedeberg seinen ersten selbständigen Sieg erfochten hat, schon als „Fridericus magnus“, als „Friedrich den Großen“[12]. Sekurität aber, das Gefühl, „angekommen zu sein“, will sich bei allem ernstgemeinten Verzicht auf weitere Eroberungen nicht einstellen. Die Preußen, so schreibt der König, müssten „toujours en vedette“ sein, ‚immer auf Posten’ und „stets mit gespanntem Ohr auf der Wacht gegen ihre Nachbarn stehen und jeden Augenblick bereit sein, die verderblichen Absichten ihrer Feinde abzuwehren“[13]. Dass das kein Grundsatz gesicherter Staatlichkeit ist, weiß Friedrich selber am besten; die Einverleibung Schlesiens stempelt ihn, der es den europäischen Großmächten doch nur gleichtun, sein Preußen von einer dritt- zur zweitklassigen Macht erheben wollte, zum „Aggressor und Friedensbrecher“[14]:

„Ich hoffe, die Nachwelt, für die ich schreibe, wird bei mir den Philosophen vom Fürsten und den Ehrenmann vom Politiker zu scheiden wissen. Ich muss gestehen: wer in das Getriebe der großen europäischen Politik hineingerissen wird, für den ist es sehr schwer, seinen Charakter lauter und ehrlich zu bewahren. Immerfort schwebt er in Gefahr, von seinen Verbündeten verraten, von seinen Freunden im Stich gelassen, von Neid und Eifersucht erdrückt zu werden“ [15]

Das waren ehrliche Worte, aber sie wurden nicht gehört. Seit dem Dresdner Frieden 1745 arbeitet Maria Theresia, die ihren lothringischen Gemahl Franz Stephan nun endlich auf dem Thron Karls des Großen placiert hat, an der Revanche, und 1756 ist es soweit. Friedrich, den seine Agenten in Dresden über die geheimen Bündnisverhandlungen zwischen Österreich, Sachsen und Russland auf dem Laufenden halten, entschließt sich zum Präventivschlag und marschiert in Sachsen ein. Wieder steht er als Rechtsbrecher da, wieder kommt zur existenziellen Bedrohung der Ruch des Verbrechertums und der Verworfenheit.

Freilich begründet dieser dritte Schlesische Krieg, der sieben Jahre dauern soll, auch den Ruhm des Großen Königs – und mit ihm den ersten deutschen Nationalmythos seit dem Dreißigjährigen Krieg, seit Gustav Adolf. „Und so war ich denn auch preußisch, oder um richtiger zu reden, Fritzisch gesinnt“, bekannte später Goethe, der als kleiner Junge im Frankfurter Elternhaus begierig die Neuigkeiten von der Front aufgesogen hatte, setzte aber hinzu: „Denn was ging uns Preußen an. Es war die Persönlichkeit des großen Königs, die auf alle Gemüther wirkte.“[16] Preußen: das war ein Phantom, das die Gestalt Friedrichs erst mit Leben füllte, dies allerdings so gründlich, dass auch der notorisch anti-nationale Goethe bekennen musste:

„Der erste wahre und höhere eigentliche Lebensgehalt kam durch Friedrich den Großen und die Thaten des siebenjährigen Krieges in die deutsche Poesie. Jede Nationaldichtung muß schal sein oder schal werden, die nicht auf dem Menschlich-Ersten ruht, auf den Ereignissen der Völker und ihrer Hirten, wenn beide für Einen Mann stehn. Könige sind darzustellen in Krieg und Gefahr, wo sie eben dadurch als die Ersten erscheinen, weil sie das Schicksal des Allerletzten bestimmen und theilen, und dadurch viel interessanter werden als die Götter selbst, die, wenn sie Schicksale bestimmt haben, sich der Theilnahme derselben entziehen.“[17]

Das ‚Schicksal des Allerletzten’ hat Friedrich allerdings geteilt, und wenn irgendetwas, dann machte ihn dies zum ‚Großen’ – nicht das im Überblick doch recht unkomplette, wenn auch im epochalen Durchschnitt sicher imposante innenpolitische Reformwerk. Der innere Wert der zahllosen Anekdotenblättchen, die seit damals generationenlang produziert wurden, liegt in ihrer auratischen Authentizität. Denn jenen König, der nach der schmerzlichen Niederlage von Kolin 1757 gedankenverloren auf einem Baumstamm sitzt und aus dem Dreispitz eines einfachen Kürassiers trinkt; der im Schneetreiben von Leuthen den Fahnenträger der Avantgarde zur Schlacht einweist und der auf den Stufen einer Dorfkirche und bei Kerzenschein den Tagesbefehl nach dem schweren, blutigen Sieg von Torgau 1760 schreibt, gab es wirklich. Und es war auch nicht Pose, sondern ehrliche Anklage eines brutalen Geschicks, wenn er, der Hochbegabte, der ein strahlender Sonnenkönig hätte werden können, aber nur der erste Grenadier seiner Armee sein durfte, im Feldlager die Verse Voltaires zitierte:

„ Ich bin bloß ein Mensch, dem Leide geweiht.

Mein Schutzschild ist nur die Standhaftigkeit.“[18]

Die Jahre von 1757 bis 1761 wurden zu einer beispiellosen Belastungsprobe für Preußen und seinen König; physisch und psychisch. Mit dem österreichischen Sieg beim böhmischen Kolin im Juni 1757 zerbrach nicht nur der militärische Nimbus des bis dahin unbesiegten roi connétable, der, für seine Zeit unüblich, die Strapazen des Feldzuges persönlich mit seinen Truppen teilte; hier zerbrach auch seine Hoffung auf einen schnellen Frieden mit Österreich und damit, wie Venohr schrieb, seine „heitre, optimistische Seele“[19]. Der Krieg, in den sich Kaiserin Elisabeth von Russland mit eindeutigen Eroberungsabsichten eingeschaltet hat, ist ein Zweifrontenkrieg, die numerische Übermacht der antipreußischen Koalition erdrückend; Friedrichs einziger nennenswerter Verbündeter ist England, das, ebenso wie Frankreich, im „Umsturz der Koalitionen“ 1756 die Seiten gewechselt hatte. Die, später übermäßig glorifizierten, Siege der Jahre 1757 und 58: Roßbach, Leuthen, Zorndorf, sind nur Atempausen; die Niederlage bei Kunersdorf an der Oder 1759 dagegen eine Katastrophe: Der König verliert die Hälfte seiner Armee, denkt, wie so oft, an Selbstmord und ist tagelang nicht ansprechbar.

Dann geschieht das erste „Wunder des Hauses Brandenburg“[20]: Die verbündeten österreichischen und russischen Truppen können sich auf keine gemeinsame Strategie einigen und ziehen ab, Friedrich hat, trotz einiger weiterer Rückschläge, bis zum Winter Ruhe. Das nächste Jahr bringt dann zwei Entlastungssiege, während ihm sein Schwager Ferdinand von Braunschweig auf dem westlichen Kriegsschauplatz gegen die schlecht geführten und unmotivierten Franzosen den Rücken freihält. 1761 steht Friedrich abermals am Rande des Abgrunds: Im August schließen ihn die Alliierten im Lager Bunzelwitz in Schlesien ein, 150.000 Mann gegen 50.000. Doch auch diesmal rettet den „bösen Mann aus Berlin“[21], wie ihn die zornige Maria Theresia nur nennt, die Uneinigkeit seiner Gegner.

Als dann nur wenige Monate später Zarin Elisabeth, seine verbissene Feindin, aus dem gewohnten Vollrausch endlich nicht mehr aufwacht, lichtet sich der Horizont. Auf den Thron folgt ihr Neffe Peter von Schleswig-Holstein – ein jugendlicher Enthusiast, der den Preußenkönig glühend verehrt, mit ihm sofort Frieden schließt und seine russische Heeresgruppe, die gerade noch Berlin besetzt hatte, preußischem Kommando unterstellt. Ein Jahr noch schleppen sich die Kampfhandlungen dahin, doch auch ein erneuter russischer Thronwechsel und die unveränderte Zähigkeit der Kaiserin in Wien können am Status quo nichts mehr ändern: Im Februar 1763 wird der Friede von Hubertusburg geschlossen. Schlesien bleibt preußisch.

Der Siebenjährige Krieg war Friedrichs Heldenepos; daran hat keine kritische Geschichtsschreibung etwas ändern können, ja, sie wollte es auch gar nicht. „Seit Alexander“, so sah es auch Rudolf Augstein, sicher sein luzidester Kritiker, „hatte kein Erbkönig sich dem Gedächtnis der Zeitgenossen so eingeschrieben wie Friedrich. Er war der letzte legitime Monarch, der seine Schlachten selber schlug.“[22] Aber der Siebenjährige Krieg, der das jugendzeitliche Trauma seines Königs endgültig ins Politische übersetzte, befestigte auch die geistige Gestalt Preußens als „abgerissener, immer ächzend verausgabter, von Zerbrechlichkeitsängsten heimgesuchter“[23] Staat, der seine Aufnahme in den Zirkel der europäischen Großmächte kaum realer Kraft und Stellung verdankte, sondern dem unheimlichen Mythos, der sich um seinen Fürsten gebildet hatte.

Nichts drückt vielleicht diesen Mythos authentischer aus als das Bild, das Adolph Menzel ein Jahrhundert später vom Zusammentreffen Friedrichs mit dem jungen Kaiser Joseph II. in Neiße 1769 gemalt hat: Hier der durch viele Leiden früh vergreiste, schon altersmilde lächelnde König; da der juvenile, feuerköpfige Kaiser, der dem einst vielgehassten Widersacher seiner Mutter nun mit der trunkenen Begeisterung eines Fans entgegentritt, der seinen angebeteten Star hinter der Bühne besuchen darf. Es ist die letzte große „ecce homo“-Szene des Absolutismus: die staunende Reverenz des tatendurstigen Jünglings vor dem weiß gewordenen Heroen, der in seiner Person nochmals das ganze Panoptikum menschlicher Größe und menschlicher Tragik wie in einem jener prächtigen Barockporträts hatte Gestalt werden lassen: die bravourösen Handstreiche und die dramatischen Abstürze; den Jammer der Untertanen und den Spott der Gegner; aber auch die seltsamen, zauberhaften Fügungen, das hans-im-Glück-hafte, so gar nicht rationalistische oder protestantische, aber wundersame und dabei allzumenschliche Dem-Tod-von-der-Schippe-Springen, das Friedrich so oft und so glücklich widerfahren war: von den fürstlichen Fürsprechern nach seinem Fluchtversuch über all die tüchtigen Generale, die seine genialischen, aber oft ungestümen und deshalb falschen Entscheidungen korrigierten und ihn aus dem Abgrund rissen, bis zu jenem wunderlichsten Requisit der Weltgeschichte: der Schnupftabakdose von Kunersdorf, die ihm im Kugelhagel das Leben rettete. Sie ist heute noch auf Burg Hohenzollern zu bewundern, samt Einschussstelle.

Seit 1763 gehörte Preußen zur europäischen Pentarchie; aber es war nur eine „Großmacht cum grano salis“[24], wie später Bismarck zugab, und das Problem seiner fehlenden historischen Legitimität, seines buchstäblichen Auf-die-Landkarte-Geworfenseins, in einem Wort: den Makel seiner mühseligen Konstruiertheit wurde es nie los, auch wenn es 1786, beim Tod des Königs, diplomatisch respektiert und militärisch potent, wirtschaftlich stabil und mit fünf Millionen Einwohnern einigermaßen gut besiedelt dastand. Zu Recht sah Heinrich Mann, an politischem Scharfsinn seinem Bruder keineswegs unterlegen, in Friedrichs Person

„das vorweggenommene Preußen – Deutschland wie es eines späten Endes werden sollte. Die Überspannung der Kräfte, das ist er. Das ‚gefährliche Leben’ für alle Tage, die herausgeforderte Entzweiung des einzelnen Landes mit der europäischen Ordnung, man erkennt ihn.“[25]

Diese Entzweiung war in seinem Lebensweg, vielleicht in seinem Charakter angelegt. Ob je ein Mensch sich ihrer Kraft hätte entziehen können, ist fraglich; Friedrich wenigstens konnte es nicht. Die Flucht vor der Peinigung, die sein Vater ihm angetan hatte, trieb ihn dem Abenteuer in die Arme; er, der ein talentvoller Beau auf dem Thron hätte sein können, der vielleicht auch einen wahren Musenhof, ein preußisches Weimar hätte errichten können, fügte sich stattdessen in die Rolle des gekrönten Schmerzensmannes, die ihm das Schicksal zugedacht hatte. Gerade die genauen Kenner seiner Geschichte hatten – mehr als die plumpen, bloß dilettierenden Vergötterer und Verteufeler – an dieser Relation zwischen Politischem und Privatem nie einen Zweifel. So ist auch für Kunisch nicht abwegig,

„den Zugriff auf Schlesien und dann die jahrzehntelange, gerade im Siebenjährigen Krieg immer wieder existenzbedrohende Auseinandersetzung mit dem Hause Habsburg als grandiose ‚Externalisation eines ursprünglich verinnerlichten traumatischen Konflikts’ zu betrachten. Es bestehe bei Persönlichkeiten wie Friedrich offensichtlich ein Zwang, schreibt der Psychoanalytiker Ernst Lürßen, die Bedrohungskonstellation ‚in der Inszenierung des eigenen Schicksals immer neu zu wiederholen’, ja diese geradezu heraufzubeschwören, um den eigenen Überlebenswillen immer wieder von Neuem unter Beweis zu stellen. Vor diesem Hintergrund könnte jenes ‚provokante Risikoverhalten’ zu erklären sein, das von Friedrichs Fluchtversuch bis zu den Schlachten von Kolin und Hochkirch so handgreiflich in Erscheinung tritt.“[26]

Friedrichs politische Aufgeklärtheit hinterließ, außerhalb des Mentalitären, jenseits der Verwaltungsorganisation nur wenige Spuren – bekanntlich auch, weil sein religiös schwärmerischer Nachfolger die alte Toleranzpolitik nicht weiterführte, und weil das heraufziehende Napoleonische Zeitalter mit seinem aggressiven Nationalismus keinen Raum mehr ließ für den nonchalanten royalen Internationalismus des ancien régime. Das Los der Leibeigenen hat er, wo er konnte, gemildert, einige Exempel an gar zu mittelalterlich auftretenden Gutsbesitzern statuiert, die königlichen Domanialbauern aus der Erbuntertänigkeit befreit; doch die feudale Gesellschaftsordnung im Ganzen ließ er unangetastet, und die große Rechtsreform blieb unvollständig. Wer Friedrichs zahlreiche Schriften aber – er wirkte als Philosoph, Historiker, Lyriker, Memorialist und nicht zuletzt als leidenschaftlicher Briefeschreiber – unvoreingenommen liest, kann sich über die Aufrichtigkeit seiner Ideen schwer täuschen. An die verwitwete Kurfürstin Maria Antonia von Sachsen schrieb er 1766:

Alle Menschen sollten von selber im Einvernehmen leben. Die Erde ist weit genug, um sie alle zu beherbergen, zu ernähren und zu beschäftigen. Zwei unselige Worte, mein und dein, haben alles verdorben. So entstanden Eigennutz, Missgunst, Ungerechtigkeit, Gewalttat und alle Verbrechen.“[27]

Der real existierende erleuchtete Despotismus, den Friedrich beispielhaft durchexerzierte, kam an dieses Ideal nicht heran; doch das war nicht seine Schuld. Eine Wirtschaftsordnung, die so alt ist wie die Weltgeschichte, wirft auch ein Schriftsteller auf dem Thron nicht in einem Menschenalter um. Und dennoch hat Friedrich auch als Politiker Erstaunliches geleistet; weniger durch praktische Innovationen, aber durch das Lehrstück seines politischen Schicksals: dass es am Ende besser sei, die Ruhe und damit den Frieden zu bewahren, als in Eroberung, in Revolution, ob auf oder gegen den Thron, sich zu verwirklichen. Wer einen Siebenjährigen Krieg durchgemacht hat, ist vom Furor des Politikmachens gründlich geheilt. Was Kunisch ihm, einig mit einem frühen Kenner, dem Grafen Mirabeau, für die preußische Monarchie attestiert, hätte durchaus ausstrahlen können auf ganz Alt-Europa: nämlich die Botschaft des Friedens, nicht aus verschwärmtem Idealismus, aber aus Besinnung und Selbstzurücknahme:

„Über den hemmungslosen, durchaus persönlich motivierten Expansionsdrang seiner ersten Regierungsjahre hinaus ist er schließlich in eine Herrschaftsauffassung hineingewachsen, die sich hingebungsvoll und uneigennützig an den Erfordernissen der preußischen Monarchie orientierte – eines Machtgebildes, das zu seinen Lebzeiten ununterbrochen bedroht und angefochten blieb. […] Je mehr ihm in den Feldzügen der Schlesischen Kriege bewusst wurde, welche weitreichenden Konsequenzen mit dem Zugriff auf Schlesien verbunden waren, desto entschiedener begriff er sein Herrscheramt als eine Aufgabe, die ihm harte Pflichten und ein hohes Maß an Selbstentäußerung auferlegte. Sein Handeln galt nun nicht mehr persönlicher Ruhmbegierde, sondern nur noch der Bewahrung des mühsam und unter hohen Opfern Erreichten.“[28]

Das ist zweifellos richtig, und hier liegt auch der Grund, warum selbst Leopold von Ranke, der Erzhistoriker der Bismarckzeit, „zu den Eroberern, welche die Welt mit ihrem Kriegsruhm zu erfüllen streben und nur immer weiter um sich greifen“[29], Friedrich gar nicht zählen wollte. Friedrich war kein Karl XII. von Schweden, schon gar kein Napoleon, und seine politischen Ziele waren im Grunde erstaunlich bescheiden. Der kämpferische Grundzug seines König-, aber vor allem seines Feldherrntums war defensiv, nicht offensiv; er gab seinem Leben die Tönung des Schwermütigen, Vergeblichen und Gescheiterten. Joachim Fest:

„Das Bewusstsein der Zerbrechlichkeit hat den preußischen Charakter im Ganzen geprägt und ihm den angestrengten Zug zur Härte gegeben, das häufig Verbogene, Malträtierte oder sogar Gebrochene, das am auffälligsten an seinen beiden großen Königen zutage tritt: der eine im Grunde ein leutseliger, gutmütiger Mann, aber Sklave einer tyrannischen Idee, unter der er selber zum Tyrannen wurde; der andere ein empfindsamer Schöngeist, weich, nervös, hochherzig, dekadentes 18. Jahrhundert, ein Flötenspieler und Menschheitsbeglücker.“[30]

Der Wahrheit am nächsten kommt vielleicht wirklich, was Thomas Mann in seiner Friedrich-Apologie schrieb, die – entgegen einem beliebten Vorurteil – Schönfärberei kaum nötig hatte, weil es an diesem traurigen Leben so wenig schönzufärben gab: „Er war ein Opfer. Er musste unrecht tun und ein Leben gegen den Gedanken führen, er durfte nicht Philosoph, sondern musste König sein.“[31] Da er dies nun aber, offenbar, sein „musste“, entschloss er sich, es auch voll und ganz zu sein, im Leiden und im Gelingen, in Pose und Ernst, in seiner Donquichotterie und in seiner Epopöe – der einzigen, die eine deutsche Dynastie hervorgebracht hat und mit der sich höchstens noch Karl V. und Wallenstein, beide ihm vielfach verwandt, vergleichen lassen. Er war kein Ritter ohne Fehl und Tadel, aber er war ein menschliches Gesamtkunstwerk. Ein rex tragicus, den man kaum lieben, aber immer liebhaben konnte. War Kaspar Hauser das Kind von Europa, so war Friedrich von Preußen sein verlorener Sohn.

Und doch bleibt ein Vorwurf: Mit seinem stoizistischen Postulat eines Lebens im Verborgenen[32], einer echten vita contemplativa nicht ernst gemacht zu haben. Hatte er nicht gedichtet:
„Als ich geboren ward, ward ich der Kunst geboren,

Die heiligen neun Schwestern reichten mir die Brust,

Und für des Herrschers Hochmut schien dies Herz verloren,

Das voller Mitleid war und kindlich unbewusst.“[33]

Natürlich ließ sich das für einen Souverän, der in seine öffentliche Verantwortlichkeit hineingeboren wird, nicht ohne Weiteres verwirklichen; doch hätte Friedrich sich nicht wirklich größeren, saubereren Ruhm erworben, hätte er sein Preußen beim Regierungsantritt in ein humanistisches Utopia umgewandelt, anstatt die eingetretenen Pfade europäischer Großmachtpolitik einzuschlagen, deren stumpfe Phlegmatik er doch gnadenlos durchschaute? Hätte er sich nicht doch dem scheinbar unbezwinglichen Diktat, das ihn einer Imperatorenkarriere entgegen trieb, entziehen und ein wahrer Friedensfürst werden können, zwar nur für sein kleines, armes Preußen, dort aber richtig?

Oder aber er hätte auf den Thron verzichtet, die Erbfolge an seinen Bruder abgetreten und als materiell sorgenloser Privatgelehrter sein Glück gefunden; denn dass ihm dies eigentlich angemessen gewesen wäre, darüber besteht kein Zweifel. Hinter jeder realen Biographie liegt als Schattenriss ihr im Leben verfehltes Ideal: Und wie Friedrich Wilhelm II. als vergnügter Playboy, Friedrich Wilhelm IV. als ein zweiter Schinkel und Kaiser Wilhelm II. als englischer Landedelmann glücklich geworden wären, so eben Friedrich II. als der Philosoph von Sanssouci: eine Mischung aus Voltaire und Prince de Ligne, ewig wissbegierig, ein Liebhaber nicht der schönen Frauen, aber des schönen Stils, vor allem mit genügend Zeit, sich die ihm in der Jugend geschlagenen Seelen-Wunden zu lecken. Er wäre seinen so geliebten Stoikern nachgefolgt, und zugleich vielleicht ein Prototyp des postmodernen Europäers geworden, der nicht mehr nach der Chimäre der Macht greift, sondern nach Selbsterkenntnis fragt.

Doch es sollte nicht sein. Friedrich wählte den Weg, der ihm schon leiblich als Sohn eines Königs vorgeschrieben war. Vielleicht war dies die größte Untat des Vaters an seinem Kind: dass er ihn einfach qua seiner Vaterschaft dazu zwang, denselben, unseligen Beruf zu ergreifen wie er; und hatte nicht der Vater selber einst die Regentschaft niederlegen und „aufs Land ziehen“ wollen – ein Wunsch, dessen Unerfüllbarkeit seine psychische Gereiztheit zweifelsohne nicht gemildert haben wird? Also wurde Friedrich König, tat seine so genannte Pflicht und wurde nicht glücklicher damit, als der Vater es geworden war.

Der spätere deutsche Nationalismus hat, bis zu Hitler, um all diese Hintergründe, die die wahre Geschichte ihres für die Propaganda zurechtgeschminkten Schlachtenlenker-Götzen ausmachten, nicht gewusst; oder er wusste darum und hat sie vor sich und dem „Volk“ geleugnet, oder aber, wie der listige Goebbels, sie ins Süßlich-Beschwichtigende umgebogen, getreu dem pseudo-optimistischen Motto aller Hysteriker ‚Davon geht die Welt nicht unter’, hinter dem sich tatsächlich ein seelenloser Fatalismus verbarg. Aber der linksliberale Emigrant Heinrich Mann, der sich als Patriziersohn mit Familienschicksalen und ihrer Wirkung gut auskannte, schrieb dem Philosophen von Sanssouci den ehrlichsten und wahrsten Nachruf, den der sich hätte wünschen können: „Lebt er dereinst mit keinem Staat mehr, dann umso sicherer in der Tragödie, die er sich selbst schrieb. Sein zerrissenes Königreich – vergangen. Übrig – der König von Preußen.“[34]

© Konstantin Sakkas, 2011

Eine gekürzte Fassung erschien im Dezember 2011 anlässlich Friedrichs 300. Geburtstages im Magazin CICERO.

Header: Carl Röchling: Friedrich der Große in der Schlacht bei Zorndorf (1904).

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[1] Johann Matthias Dreyer, Ueber das in Kupfer gestochene Bild des Preußischen Monarchen, in: Vorzüglichste deutsche Gedichte, Altona 1771.

[2] Brief an Karl Ludwig v. Knebel vom 25. Oktober 1788, in: Weimarer Ausgabe („Sophienausgabe“), Weimar 1887 ff., IV. Abteilung, Bd. 9, S. 44.

[3] Thomas Mann, Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull, Frankfurt/Main 1989, S. 348.

[4] Wolfgang Venohr, Fridericus Rex, Bergisch-Gladbach 1990, S. 51.

[5] Memoiren der Markgräfin Wilhelmine von Bayreuth. Aus dem Frz. von Annette Kolb, Leipzig 1923, S. 123.

[6] So Walther Rathenau über Wilhelm II., Der Kaiser. Eine Betrachtung, in: Samt und Stahl. Kaiser Wilhelm II. im Urteil seiner Zeitgenossen (ed. M. Kohlrausch), S. 267.

[7] Vgl. G. P. Gooch, Frederick the Great, London u.a. 1947, S. 11 (im Orig. engl.).

[8] Joachim Fest, Preußens letzter Untergang, in: Aufgehobene Vergangenheit, München 1983, S. 156 f.

[9] An den Grafen Algarotti am 17.1.1741, in: Œuvres de Frédéric le Grand, hrsg. v. Johann David Erdmann Preuß, 30 Bde., Berlin 1846-56, Bd. 18, S. 28 (im Orig. frz.).

[10] Johannes Kunisch, Friedrich der Große, München 2004, S. 173 f.

[11] Zit. n. Corina Petersilka, Zur Zweisprachigkeit Friedrichs II., in: Brunhilde Wehinger (Hrsg.), Geist und Macht. Friedrich der Große im Kontext der europäischen Kulturgeschichte, Berlin 2005, S. 54.

[12] Vgl. Venohr, Friedrich der Zweite, in: Sebastian Haffner, ders., Preußische Profile, Neuausgabe München 2001, S. 60.

[13] Vgl. Abriß der preußischen Regierung und der Grundsätze, auf denen sie beruht, nebst einigen politischen Betrachtungen (1776), in: Die Werke Friedrichs des Großen in deutscher Übersetzung, hrsg. v. Gustav Bernhard Volz, 10 Bde., Berlin 1913-14, Bd. 7, S. 216.

[14] Vgl. Venohr, Fridericus, S. 314.

[15] Denkwürdigkeiten (1742), in: Werke, Bd. 2, S. 2.

[16] Goethe, Dichtung und Wahrheit, in: Weimarer Ausgabe, I. Abt., Bd. 26, S. 71

[17] Goethe, a.a.O., S. 104.

[18] In einem Brief an Voltaire vom 9. September 1757, in: Œuvres, Bd. 23, S. 14 (dt. nach Venohr).

[19] Venohr, Fridericus, S. 343.

[20] Brief an Prinz Heinrich von Preußen, in: Politische Correspondenz Friedrich’s des Großen, hrsg. v. Johann Gustav Droysen u.a., Bd. 18, Berlin 1891, S. 510 (Nr. 11393).

[21] Vgl. Thomas Mann, Friedrich und die große Koalition, Berlin 1915, S. 60.

[22] Rudolf Augstein, Preußens Friedrich und die Deutschen, Neuausgabe Frankfurt/Main 1981, S. 27.

[23] Vgl. Fest, S. 167.

[24] Otto von Bismarck, Gedanken und Erinnerungen, Stuttgart 1959, S. 105.

[25] Heinrich Mann, Die traurige Geschichte von Friedrich dem Großen, Berlin-Weimar 1974, S. 152.

[26] Kunisch, S. 174.

[27] Brief vom 8.2.1766, in: Briefe Friedrichs des Großen, hrsg. v. Max Hein, Berlin 1914, Bd. 2, S. 150.

[28] Kunisch, S. 547.

[29] Leopold v. Ranke, Preußische Geschichte, Wiesbaden 1975, Teil II, S. 173.

[30] Fest, S. 156

[31]Thomas Mann, S. 118.

[32] In einem Gedicht an Charles Étienne Jordan vom 10. Juni 1742, in Werke, Bd. 10, S. 72 (Nr. 21).

[33] Ebd., S. 71.

[34] Heinrich Mann, S. 159.

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